Rotlichttherapie Ratgeber
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Rotlichttherapie bei Akne – Studien & Praxis

Wie rotes Licht und Nahinfrarot gegen Akne wirken: Wissenschaftliche Studienlage, optimale Wellenlängen, praktische Anwendung zuhause und realistische Ergebniserwartungen für entzündliche und cystische Akne.

18. Februar 2026~11 Min. Lesezeit

Du hast die Diät geändert, teure Cremes ausprobiert und Antibiotika eingenommen – und trotzdem kämpfst du mit hartnäckiger Akne. Immer mehr Menschen entdecken Rotlichttherapie bei Akne als nicht-chemische Alternative, die auf Zellebene ansetzt. Aber was steckt wirklich dahinter? Dieser Artikel erklärt die Wissenschaft – von der Photobiomodulation bis zu konkreten klinischen Studien – und zeigt dir, wie du Rotlicht zuhause sinnvoll gegen Akne einsetzen kannst.

Wie entsteht Akne? Das Fundament verstehen

Bevor wir erklären, wie Licht gegen Akne wirkt, lohnt ein kurzer Blick auf die Entstehungsmechanismen. Akne ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Komplex aus vier zusammenwirkenden Faktoren:

  1. Übermäßige Talgproduktion – Sebum verstopft die Haarfollikel
  2. Hyperkeratose – übermäßige Verhornung führt zu Komedonen (Mitessern)
  3. Bakterielle BesiedlungCutibacterium acnes (früher P. acnes) vermehrt sich im verstopften Follikel
  4. Entzündungsreaktion – das Immunsystem reagiert auf die Bakterien mit Entzündung

Konventionelle Akne-Behandlungen greifen meist an einem dieser Punkte an: Antibiotika gegen die Bakterien, Retinoide gegen Hyperkeratose und Talgproduktion, Benzoylperoxid als Kombination aus beidem. LED Lichttherapie Akne greift primär an Faktor drei und vier an – und genau darin liegt ihr besonderer Vorteil.

Die Wissenschaft hinter Rotlicht und Akne

Photobiomodulation Akne: Was auf Zellebene passiert

Der Begriff Photobiomodulation (PBM) beschreibt, wie Licht bestimmter Wellenlängen biologische Prozesse in Zellen beeinflusst. Im Kontext von Akne sind zwei Wellenlängenbereiche besonders relevant: sichtbares rotes Licht (630–660 nm) und nahinfrarotes Licht (850 nm).

Rotes Licht (630–660 nm) wird von Cytochrom-c-Oxidase in den Mitochondrien der Hautzellen absorbiert. Das erhöht die ATP-Produktion, reduziert oxidativen Stress und moduliert die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen (Zytokinen). Konkret bedeutet das: weniger Interleukin-1β, weniger Tumornekrosefaktor-α – beides proinflammatorische Zytokine, die bei Akne die Rötung und Schwellung verursachen.

"Photobiomodulation mit rotem Licht reduziert signifikant die Expression proinflammatorischer Zytokine in menschlichen Haarfollikelzellen und Keratinozyten, was den klinisch beobachteten antiinflammatorischen Effekt erklären könnte." — Hamblin, M.R. et al. (2017), Seminars in Cutaneous Medicine and Surgery

Blaues Licht (415–425 nm) – oft mit rotem Licht kombiniert – wirkt anders: Es aktiviert Porphyrine, die von C. acnes-Bakterien produziert werden. Wenn Porphyrine blaues Licht absorbieren, produzieren sie reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die das Bakterium von innen heraus zerstören. Das ist im Wesentlichen eine photodynamische Desinfektion – ohne Antibiotikum, ohne Resistenzentwicklung.

Nahinfrarot bei Akne (850 nm)

Nahinfrarot dringt tiefer in das Gewebe ein – bis zu 20–30 mm unter die Hautoberfläche. Bei entzündlicher Akne, besonders bei tiefen Papeln, Pusteln und Knoten (noduläre und cystische Akne), erreicht es Entzündungsherde, die oberflächliches Rotlicht nicht erreicht.

Der Mechanismus ist ähnlich wie bei rotem Licht: mitochondriale Aktivierung, verminderte Entzündungssignale, verbesserte Mikrozirkulation. Die verbesserte Durchblutung der Haut fördert außerdem den Abtransport von Entzündungsprodukten aus dem Gewebe.

Wellenlängen im Überblick: Was wirkt wie bei Akne?

WellenlängeTypEindringtiefeHauptwirkung bei Akne
415–425 nmBlaues Licht0,5–1 mmAbtöten von C. acnes durch Porphyrin-Aktivierung
630–640 nmRotes Licht2–4 mmEntzündungshemmung, Zytokinsuppression
660 nmRotes Licht3–5 mmOptimale Absorption durch Cytochrom-c-Oxidase, Kollagenaufbau
850 nmNahinfrarot15–30 mmTiefe Entzündungshemmung, Mikrozirkulation, cystische Akne

Empfehlung für Akne: Die Kombination aus rotem Licht (630–660 nm) und blauem Licht (415 nm) ist am besten klinisch belegt. Nahinfrarot (850 nm) ergänzt sinnvoll bei tiefer, entzündlicher oder cystischer Akne. Reine Rotlichtgeräte ohne blaues Licht wirken entzündungshemmend, töten Bakterien aber nicht direkt ab.

Welche Akne-Typen sprechen am besten an?

Nicht jede Akne ist gleich – und die Wirksamkeit von Lichttherapie variiert je nach Typ erheblich.

Entzündliche Akne (Papeln und Pusteln)

Entzündliche Akne Therapie mit Rotlicht zeigt die stärkste Evidenz bei dieser klassischen Form. Rote Papeln und Pusteln sind primär durch Entzündung und bakterielle Besiedlung geprägt – genau die zwei Faktoren, die Rot- und Blaulicht adressieren. Klinische Studien zeigen Reduktionen der entzündlichen Läsionen von 50–80% nach 8–12 Wochen.

Komedone (Mitesser, schwarze und weiße Punkte)

Komedone sind primär durch Verstopfung der Follikel verursacht – nicht durch Entzündung. Rotlichttherapie wirkt hier weniger direkt. Sie kann Komedone nicht "öffnen" oder die übermäßige Verhornung stoppen. Allerdings verhindert sie, dass Komedone sich entzünden, was ihre Entstehung als Papeln und Pusteln bremst.

Für rein komedonal geprägte Akne sind Retinoide und Salicylsäure die Mittel der Wahl. Rotlicht ist hier best als Ergänzung zu sehen.

Noduläre und cystische Akne

Cystische Akne ist die schwerste Form: tiefe, schmerzhafte Knoten und Zysten, die oft Narben hinterlassen. Nahinfrarot (850 nm) kann hier tiefer liegende Entzündungen besser erreichen als sichtbares Rotlicht. Studien zeigen positive Effekte, aber die Verbesserungen sind moderater und langsamer als bei oberflächlicher entzündlicher Akne.

Wichtig: Bei schwerer cystischer Akne ist eine dermatologische Abklärung unbedingt empfehlenswert. Rotlichttherapie ist hier eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz für die ärztlich verordnete Behandlung.

Aknenarben und Post-inflammatorisches Erythem (PIE)

Hier zeigt Rotlicht einen klaren Vorteil gegenüber vielen anderen Akne-Behandlungen: 660 nm Licht stimuliert Fibroblasten zur Kollagenproduktion und fördert die Geweberemodellierung. Das verbessert die Hautstruktur und reduziert die roten Flecken, die nach abgeheilten Pickeln zurückbleiben. Für diese Anwendung ist reines Rotlicht (ohne blaues Licht) optimal – blaues Licht bringt für Narben keinen zusätzlichen Nutzen.

Studienlage: Was die Forschung belegt

Kombiniertes Blau-Rot-Licht bei Akne vulgaris

Die einflussreichste Studie zur kombinierten Blau-Rot-Licht-Therapie stammt von Papageorgiou, Katsambas und Chu (2000) und wurde im British Journal of Dermatology veröffentlicht. 107 Patienten mit Akne vulgaris wurden in vier Gruppen aufgeteilt: blaues Licht allein, rotes Licht allein, blau-rote Kombination und Benzoylperoxid-Creme.

Nach zwölf Wochen zeigte die Blau-Rot-Kombination die stärkste Reduktion entzündlicher Läsionen:

  • Blau-Rot-Kombination: 76% Reduktion entzündlicher Akne
  • Blaues Licht allein: 58% Reduktion
  • Benzoylperoxid: 54% Reduktion
  • Rotes Licht allein: 35% Reduktion

"Die Kombination aus blauem und rotem Licht scheint wirksamer zu sein als blaues Licht allein oder Benzoylperoxid für die Behandlung von leichter bis mittelschwerer Akne vulgaris." — Papageorgiou et al. (2000), British Journal of Dermatology

LED-Therapie bei entzündlicher Akne: weitere Studien

StudieDesignWellenlängeErgebnis
Lee et al. (2007)45 Patienten, 4 Wochen, 2x/Woche630 nm + 890 nm34% Reduktion entzündlicher Läsionen
Goldberg & Russell (2006)30 Patienten, 8 WochenBlau (415 nm) + Rot (660 nm)81% Reduktion, patientenberichtet
Morton et al. (2005)31 Patienten, PDT-Vergleich635 nm Rotes Licht22% Reduktion (Monotherapie), Kontrolle
Kwon et al. (2013)43 Patienten, 12 Wochen830 nm Nahinfrarot77% Reduktion entzündlicher Läsionen

Die Studien variieren in Design, Gerätekonfiguration und Kontrollen. Der Trend ist jedoch eindeutig: LED Lichttherapie Akne zeigt bei regelmäßiger Anwendung messbare und klinisch relevante Verbesserungen.

Rotlichttherapie vs. konventionelle Akne-Behandlungen

Rotlichttherapie ist keine Konkurrenz zu bewährten Behandlungen – sie ist eine Ergänzung. Dennoch lohnt ein Vergleich, um die Einordnung zu verstehen.

BehandlungWirksamkeitNebenwirkungenWirkweiseKombinierbar mit Rotlicht?
BenzoylperoxidGut belegtHautaustrocknung, RötungAntibakteriell, keratolytischJa, zeitversetzt anwenden
Topische AntibiotikaGut, aber ResistenzrisikoHautreizung, ResistenzentwicklungAntibakteriellJa
Orale AntibiotikaGut bei schwerer AkneMagen-Darm, Resistenz, LichtempfindlichkeitSystemisch antibakteriellJa, mit Vorsicht
Retinoide (topisch)Sehr gut (Adapalen, Tretinoin)Rötung, Schuppung, LichtempfindlichkeitKeratolytisch, antikomedogenJa, zeitversetzt
Isotretinoin (oral)Sehr starkHauttrockenheit, Teratogenität, MonitoringSystemisch, TalgdrüsenNicht empfohlen
Rotlicht + BlaulichtModerat bis gutPraktisch keineEntzündungshemmend, antibakteriellIst die Basis
Chemisches PeelingGut für KomedoneRötung, Peeling, HeilungszeitExfoliierendJa, nach Heilung

Das Fazit des Vergleichs: Rotlichttherapie ist bei leichter bis mittelschwerer Akne eine vollwertige eigenständige Option – besonders für Menschen, die Antibiotika vermeiden möchten oder Hautreizungen durch topische Präparate nicht gut vertragen. Bei schwerer Akne ist sie ein sinnvoller Baustein in einem umfassenderen Behandlungsplan.

Ein klarer Vorteil von Rotlicht: Es erzeugt keine Antibiotikaresistenzen und hat keine systemischen Nebenwirkungen. Das macht es zu einer attraktiven langfristigen Strategie.

Praktische Anwendung: So verwendest du Rotlichttherapie bei Akne

Häufigkeit und Dauer

Die meisten klinischen Studien, die positive Ergebnisse zeigen, nutzen folgende Parameter:

  • Häufigkeit: 3 bis 5 Sitzungen pro Woche
  • Dauer: 10 bis 20 Minuten pro Sitzung
  • Abstand: 15 bis 30 cm vom Gerät

Tägliche Anwendung ist möglich, aber mindestens ein bis zwei behandlungsfreie Tage pro Woche sind sinnvoll. Die Zellen benötigen Zeit, um die stimulierten biologischen Prozesse zu verarbeiten.

Detaillierte Empfehlungen zur richtigen Sitzungslänge findest du im Guide Wie lange Rotlichttherapie pro Sitzung?.

Abstand und Positionierung

Für die Gesichtsbehandlung positionierst du das Panel in 15 bis 25 cm Abstand. Das Licht sollte das Gesicht gleichmäßig ausleuchten. Viele Anwender sitzen entspannt auf einem Stuhl und halten das Gesicht dem Panel zugewandt.

Größere Panels haben den Vorteil, dass sie das gesamte Gesicht auf einmal abdecken. Kleinere Handgeräte oder Masken ermöglichen gezielteren Einsatz auf befallene Bereiche.

Alles zum optimalen Abstand erklärt der Artikel Wie weit sollte man vom Rotlichtpanel entfernt stehen?.

Hautpflege vor und nach der Behandlung

Vor der Sitzung:

  • Gesicht gründlich reinigen (kein Make-up, kein Sunscreen, kein Hautöl)
  • Haut trocknen lassen

Nach der Sitzung:

  • Leichtes Feuchtigkeitsserum oder nicht-komedogene Feuchtigkeitscreme auftragen
  • Benzoylperoxid oder Salicylsäure können jetzt aufgetragen werden – die verbesserte Durchblutung fördert die Wirkstoffaufnahme
  • Retinoide besser abends anwenden, nicht direkt nach der Lichttherapie

Augenschutz

Beim Behandeln des Gesichts ist Augenschutz wichtig. Rotes Licht in Augennähe ist zwar deutlich sicherer als UV-Licht oder Laser, aber bei täglicher Langzeitanwendung empfehlen Hersteller und Experten das Tragen einer geeigneten Schutzbrille. Mehr dazu im Artikel Rotlichttherapie Brille – braucht man Augenschutz?.

Realistische Erwartungen: Zeitplan für Ergebnisse

Eines der häufigsten Probleme bei der Rotlichttherapie gegen Akne ist das Aufgeben zu früh. Biologische Prozesse brauchen Zeit.

ZeitraumWas passiert
Woche 1–2Akute Rötungen können kurzfristig lindern; kein struktureller Effekt sichtbar
Woche 3–4Entzündungen heilen tendenziell schneller ab; neue Pickel möglicherweise milder
Woche 4–8Deutliche Reduktion aktiver entzündlicher Läsionen laut Studien
Woche 8–12Maximaler antiinflammatorischer Effekt; Verbesserung der Hauttextur
Monat 3–6Kollagenaufbau sichtbar; Reduktion von Post-inflammatorischem Erythem

Was du nicht erwarten solltest: Sofortige Pickel-Austrocknung wie bei Benzoylperoxid-Gels. Rotlicht wirkt nicht keratolytisch – es beeinflusst die Entzündungsreaktion, nicht die Verstopfung der Poren.

Wer nach zwei Wochen keine Verbesserung sieht und aufhört, hat die Therapie verlassen, bevor die relevanten Zeiträume erreicht wurden. Gib der Behandlung mindestens acht Wochen, bevor du ein Urteil fällst.

Was du beim Kauf eines Geräts für Akne-Behandlung beachten solltest

Wenn du ein Gerät speziell für die Akne-Behandlung kaufen möchtest, gibt es einige entscheidende Kriterien.

Wellenlängen-Kombination

Für Akne brauchst du idealerweise:

  • Rotes Licht (630–660 nm): Entzündungshemmung, Kollagenaufbau
  • Blaues Licht (415–425 nm): Antibakteriell gegen C. acnes (optional, aber für Akne besonders wertvoll)
  • Nahinfrarot (850 nm): Optional für tiefe Entzündungen und cystische Akne

Viele Standard-Rotlichtpanels bieten nur rotes Licht und Nahinfrarot. Das reicht für viele Akne-Anwendungen, aber für maximale Wirkung gegen Bakterien ist ein Gerät mit blauem Licht – oder eine separate blaue LED-Maske – sinnvoll.

Bestrahlungsstärke (Irradiance)

Die Bestrahlungsstärke wird in mW/cm² gemessen und bestimmt, wie schnell du eine therapeutisch wirksame Dosis erreichst. Für Akne sind keine extremen Leistungsdichten nötig – Geräte mit 50 bis 150 mW/cm² sind für die Gesichtsbehandlung ausreichend und ermöglichen komfortable Behandlungszeiten von 10 bis 20 Minuten.

Zu starke Geräte ohne Abstandsregulierung können theoretisch die Biphasische-Dosis-Reaktion umkehren: zu viel Lichtenergie hemmt statt zu fördern. Halte den empfohlenen Abstand ein.

Gerätetyp: Panel vs. Maske

  • LED-Gesichtsmasken: Praktisch, passen sich der Gesichtskontur an, oft Rot-Blau-Kombination; geringere Leistungsdichte als Panels
  • Tischpanels: Mehr Fläche, höhere Leistungsdichte; weniger bequem für das Gesicht, aber vielseitiger nutzbar
  • Handgeräte: Für gezielte Spot-Behandlung einzelner Pickel; zeitintensiv bei flächiger Anwendung

Für reine Gesichts- und Akne-Behandlung sind LED-Masken mit Rot-Blau-Kombination oft die komfortabelste Wahl. Ein vollständiger Überblick über verfügbare Gerätekategorien findet sich im Rotlichttherapie Kaufberatungs-Guide.

Worauf du verzichten kannst

  • Teures Zubehör wie Seren oder Aktivatorgele, die manche Hersteller mitverkaufen – diese sind für die Grundwirkung von Rotlicht nicht notwendig
  • Geräte mit rein dekorativer Beleuchtung ohne Angabe echter mW/cm²-Werte
  • Produkte ohne Angabe der genauen Wellenlängen

Grenzen und Nebenwirkungen

Rotlichttherapie ist für die meisten Menschen sicher und gut verträglich. Bekannte Nebenwirkungen sind selten und mild:

  • Rotes Licht Hautrötung: Eine leichte, vorübergehende Hautrötung direkt nach der Sitzung ist normal und kein Grund zur Sorge – vergleichbar mit einem kurzen Wärmegefühl. Sie verschwindet innerhalb von Minuten bis Stunden.
  • Bei sehr heller oder empfindlicher Haut können einzelne Patienten initial eine leichte Reizung bemerken – in diesem Fall die Sitzungsdauer reduzieren und langsam steigern.
  • Personen, die Photosensibilisatoren einnehmen (bestimmte Antibiotika, Antihistaminika, Johanniskraut), sollten vor der Anwendung einen Arzt befragen.

Eine umfassende Übersicht über alle bekannten Risiken bietet der Artikel Rotlichttherapie Nebenwirkungen – echte Risiken erklärt.

Fazit: Rotlichttherapie bei Akne – eine ernst zu nehmende Option

Rotlichttherapie bei Akne ist kein Hype ohne Basis. Die wissenschaftliche Evidenz – mit kontrollierten klinischen Studien, die Reduktionen von bis zu 76–81% entzündlicher Läsionen zeigen – belegt eine echte Wirksamkeit bei leichter bis mittelschwerer Akne vulgaris.

Der biologische Mechanismus ist plausibel und gut verstanden: Entzündungshemmung über mitochondriale Aktivierung (rotes Licht), direkte Abtötung von C. acnes-Bakterien durch Porphyrin-Aktivierung (blaues Licht), tiefe Gewebepenetration bei cystischer Akne (Nahinfrarot). Dazu kommt der Bonus: Kollagenaufbau und Verbesserung von Aknenarben.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

  • Rotes Licht (630–660 nm) wirkt entzündungshemmend; blaues Licht (415 nm) tötet C. acnes-Bakterien ab – die Kombination ist am effektivsten
  • Entzündliche Akne (Papeln, Pusteln) spricht am besten an; Komedone profitieren weniger direkt
  • 3 bis 5 Sitzungen pro Woche, 10 bis 20 Minuten, Abstand 15 bis 30 cm
  • Erste sichtbare Ergebnisse nach 4 bis 8 Wochen; volles Potenzial nach 8 bis 12 Wochen
  • Gut kombinierbar mit topischen Akne-Präparaten (zeitversetzt anwenden)
  • Keine Antibiotika-Resistenz, keine systemischen Nebenwirkungen
  • Akne-Behandlung zuhause ist realistisch – mit dem richtigen Gerät und konsequenter Anwendung

Wer nach dem richtigen Einstiegsgerät sucht, findet im großen Kaufberatungs-Guide für Rotlichttherapie-Panels eine umfassende Übersicht. Für Informationen zu den Wellenlängen-Unterschieden zwischen rotem und nahinfrarotem Licht empfiehlt sich der Artikel 660nm vs. 850nm – welche Wellenlänge ist besser?.

Rotlichttherapie ist keine Wunderlösung – aber sie ist eine wissenschaftlich fundierte, sichere und zuhause umsetzbare Methode, die bei konsequenter Anwendung messbar zur Verbesserung des Hautbildes beiträgt.

Häufig gestellte Fragen

Hilft Rotlichttherapie wirklich gegen Akne?
Ja, es gibt solide wissenschaftliche Evidenz dafür, dass rotes Licht (630–660 nm) und blaues Licht (415 nm) entzündliche Akne reduzieren können. Rotes Licht wirkt primär entzündungshemmend und fördert die Wundheilung, blaues Licht tötet das Bakterium Propionibacterium acnes (P. acnes) ab. Mehrere randomisierte kontrollierte Studien zeigen Verbesserungen von 50–80% bei entzündlichen Läsionen nach 4 bis 8 Wochen regelmäßiger Behandlung.
Welche Wellenlänge ist am besten gegen Akne?
Für Akne ist die Kombination von rotem Licht (630–660 nm) und blauem Licht (415–425 nm) am besten belegt. Rotes Licht wirkt entzündungshemmend und fördert die Gewebeheilung. Blaues Licht aktiviert Porphyrine in P. acnes-Bakterien und tötet diese ab. Nahinfrarot (850 nm) kann ergänzend eingesetzt werden, um tiefer liegende Entzündungen – etwa bei cystischer Akne – zu adressieren.
Wie lange dauert es, bis Rotlichttherapie bei Akne wirkt?
Erste sichtbare Verbesserungen zeigen sich meist nach 4 bis 6 Wochen regelmäßiger Anwendung (3–5 Sitzungen pro Woche). Studien messen die besten Ergebnisse nach 8 bis 12 Wochen. Einzelne Behandlungen lindern akute Rötungen kurzfristig, aber nachhaltige Verbesserungen des Hautbildes erfordern Konsequenz über mehrere Wochen.
Kann ich Rotlichttherapie mit meiner Akne-Hautpflege kombinieren?
Ja, Rotlichttherapie lässt sich gut mit topischen Akne-Behandlungen (Benzoylperoxid, Salicylsäure, Azelainsäure) kombinieren. Am besten das Gesicht vor der Behandlung reinigen und das Lichtgerät auf saubere, trockene Haut anwenden. Retinol oder Tretinoin sollte man nicht unmittelbar vor der Lichttherapie auftragen, da die Haut dadurch lichtempfindlicher werden kann. Grundsätzlich Rotlicht zuerst, Pflegeprodukte danach.
Ist Rotlichttherapie bei cystischer Akne wirksam?
Cystische Akne ist die schwerste Form und spricht langsamer auf Rotlichttherapie an als oberflächliche entzündliche Akne. Nahinfrarot (850 nm) dringt tiefer ins Gewebe ein und kann tiefe Entzündungsherde besser erreichen. Klinische Studien zeigen Verbesserungen auch bei nodulärer und cystischer Akne, jedoch ist die Evidenz hier schwächer als bei papulöser und pustulöser Akne. Bei schwerer cystischer Akne sollte Rotlichttherapie als Ergänzung zu dermatologischer Behandlung genutzt werden.
Kann Rotlichttherapie Aknenarben reduzieren?
Ja, und das ist einer der größten Vorteile gegenüber vielen anderen Akne-Behandlungen. Rotes Licht stimuliert die Kollagenproduktion in Fibroblasten und fördert die Geweberemodellierung. Das verbessert nicht nur aktive Akne, sondern reduziert langfristig auch oberflächliche Aknenarben und rote Flecken (Post-inflammatorisches Erythem). Für tiefe Narben sind andere Verfahren (Microneedling, Laser-Resurfacing) effektiver, aber Rotlicht unterstützt die Heilung nach solchen Behandlungen.

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