Rotlichttherapie Ratgeber
Grundlagen & Wissen

Rotlichttherapie Nebenwirkungen – echte Risiken ehrlich erklärt

Rotlichttherapie gilt als sehr sicher – aber es gibt echte Nebenwirkungen, die du kennen solltest. Dieser wissenschaftlich fundierte Guide trennt belegte Risiken von Mythen und zeigt dir, wie du sicher anwendest.

17. Februar 2026~11 Min. Lesezeit

Du hast dich für Rotlichttherapie interessiert – und dann kommt die Frage, die jeder vernünftige Mensch stellen sollte: Ist das eigentlich sicher? Gibt es Risiken, die mir niemand erzählt? Diese Skepsis ist berechtigt. In einer Welt voller übertriebener Gesundheitsversprechen ist es klug, erst die Fakten zu prüfen, bevor man 300 bis 1.000 Euro für ein Panel ausgibt.

Dieser Artikel gibt dir eine ehrliche Antwort – ohne Marketingsprache. Du erfährst, welche Nebenwirkungen real belegt sind, welche Risiken reine Mythen sind, wer wirklich vorsichtig sein sollte, und wie du die Therapie von Anfang an richtig und sicher anwendest.

Die schnelle Antwort vorab

Rotlichttherapie (Photobiomodulation, PBM) hat eines der besten Sicherheitsprofile aller therapeutischen Lichtanwendungen. Die FDA hat Rotlicht- und NIR-Geräte für zahlreiche Indikationen zugelassen. In über 5.000 publizierten klinischen Studien wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen berichtet, die auf die Lichttherapie selbst zurückzuführen waren.

Das bedeutet nicht, dass es keinerlei Risiken gibt – aber diese sind bei informierter Anwendung leicht zu vermeiden. Echte Schäden entstehen fast ausschließlich durch zwei Fehler: fehlenden Augenschutz und Überdosierung durch viel zu lange Sitzungen.

Echte Nebenwirkungen – was tatsächlich belegt ist

1. Augenbelastung und Netzhautschäden (das wichtigste Risiko)

Das ist das einzige Risiko, das du wirklich ernst nehmen musst – und es ist leicht zu vermeiden.

Direkter, ungeschützter Blick in ein Rotlichtpanel kann die Netzhaut schädigen. Das gilt besonders für nahinfrarotes Licht (NIR, typischerweise 850 nm), denn es ist für das menschliche Auge unsichtbar. Dein Schutzreflex – das Wegsehen bei hellem Licht – funktioniert bei NIR nicht. Die Energie trifft die Netzhaut, ohne dass du es merkst.

Studie: Shinhmar et al. (2020, "The Journals of Gerontology") zeigten, dass 670-nm-Rotlicht bei therapeutischen Dosierungen die Funktion von Netzhautzellen verbessern kann. Die Forscher betonten jedoch ausdrücklich, dass diese Ergebnisse auf kontrollierte Dosierungen zurückzuführen sind – unkontrollierter Direktblick in Hochleistungs-LEDs fällt nicht darunter.

Was tun: Verwende immer eine spezielle Rotlichttherapie-Schutzbrille, die sowohl sichtbares Rot als auch NIR blockiert. Normale Sonnenbrillen reichen nicht – sie blockieren sichtbares Licht, nicht Nahinfrarot. Wer keine passende Brille zur Hand hat, sollte zumindest den Blick abwenden und die Augen schließen.

2. Hautreizungen bei Überdosierung

Zu lange, zu nah, zu oft – das ist das Rezept für Hautreizungen nach Rotlichttherapie. Typische Symptome: Rötungen, leichtes Brennen, trockenes Hautgefühl, selten auch Juckreiz. Diese Reaktionen sind reversibel und klingen innerhalb von Stunden bis einem Tag ab.

Ursache ist meist eine zu hohe Energiedosis (Joule/cm²) auf der Haut. Besonders empfindliche Hauttypen oder Bereiche mit dünner Haut (Gesicht, Dekolleté) reagieren früher als z.B. Rücken oder Oberschenkel.

Was tun: Halte den empfohlenen Abstand ein und überziehe Sitzungen nicht. Wie lange du pro Sitzung anwenden solltest und wie der richtige Abstand zum Rotlichtpanel aussieht, findest du in den verlinkten Guides.

3. Kopfschmerzen in den ersten Sitzungen

Manche Einsteiger berichten von leichten Kopfschmerzen nach den ersten Anwendungen – ein Phänomen, das auch bei anderen therapeutischen Verfahren als "Erstreaktionseffekt" bekannt ist. Die genaue Ursache ist nicht vollständig erforscht; mögliche Erklärungen umfassen veränderte Durchblutung, Detoxifizierungsreaktionen oder einfach die ungewohnte Reizexposition.

Diese Kopfschmerzen verschwinden bei den meisten Menschen nach wenigen Sitzungen vollständig. Sie sind kein Zeichen, dass etwas falsch läuft – aber ein Signal, behutsamer zu starten.

Was tun: Beginne mit kürzeren Sitzungen (5–8 Minuten statt 15–20 Minuten) und steigere dich langsam. Trinke ausreichend Wasser nach der Anwendung.

4. Wärmeunbehagen durch Nahinfrarot (NIR)

Nahinfrarotes Licht (850 nm und höher) dringt tiefer in das Gewebe ein als rotes Licht und erzeugt spürbar mehr Wärme. Das ist physiologisch erwünscht – kann aber bei Vollkörperpanels oder langen Sitzungen als unangenehm empfunden werden, besonders bei Personen, die empfindlich auf Wärme reagieren.

Das Wärmeunbehagen ist kein Anzeichen für Schäden, sondern ein physiologisches Signal. Echte Verbrennungen sind bei korrektem Abstand zu LED-Panels ausgeschlossen – LEDs erreichen keine thermischen Verletzungstemperaturen auf der Hautoberfläche, wenn der Mindestabstand eingehalten wird.

Was tun: Wenn die Wärme unangenehm wird, vergrößere den Abstand oder verkürze die Sitzung. Du kannst für erste Sitzungen auch nur das rote Licht (ohne NIR) aktivieren, wenn dein Panel diese Option bietet.

5. Erstverschlimmerung bei bestehenden Hautproblemen

Ein Phänomen, das in der Naturheilkunde als "Erstreaktion" bekannt ist: Zu Beginn einer Therapie kann sich ein Zustand kurzfristig verschlechtern, bevor er sich verbessert. Bei Rotlichttherapie berichten manche Anwender mit Akne, Rosazea oder anderen Hautzuständen von einer vorübergehenden Zunahme von Rötungen oder Pickel zu Beginn.

Die Evidenz für dieses Phänomen bei Rotlichttherapie ist begrenzt. Möglicherweise handelt es sich um eine gesteigerte Durchblutungsreaktion. Wie bei Kopfschmerzen gilt: Die Reaktion ist zeitlich begrenzt und kein Zeichen, dass die Therapie schadet.

Was tun: Reduziere Frequenz und Dauer der Sitzungen bei starker Erstverschlimmerung. Konsultiere einen Dermatologen, wenn Hautprobleme persistieren oder sich deutlich verschlechtern.

Mythen vs. Fakten – was keine Gefahr ist

Mythos 1: "Rotlichttherapie verursacht Krebs"

Fakt: Nein – das ist physikalisch ausgeschlossen.

Krebs durch Strahlung entsteht durch ionisierende Strahlung: UV-B, UV-C, Röntgenstrahlen, Gammastrahlen. Diese Strahlentypen haben genug Energie, um chemische Bindungen in der DNA aufzubrechen und Mutationen zu verursachen.

Rotes Licht (630–700 nm) und nahinfrarotes Licht (800–1.100 nm) ist nicht-ionisierende Strahlung. Die Energie eines einzelnen Photons in diesem Wellenlängenbereich reicht schlicht nicht aus, um DNA zu beschädigen. Das ist keine Meinung – das ist Quantenphysik.

Einordnung: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert ionisierende Strahlung (UV, Röntgen, Radioaktivität) als karzinogen. Rotes und nahinfrarotes Licht fällt in eine völlig andere Kategorie – wie sichtbares Licht, Wärme und Radiowellen. Kein seriöser Strahlenforscher ordnet therapeutisches Rotlicht als krebsfördernd ein.

Im Gegenteil: Es gibt aktive Forschung zur Photobiomodulation als adjuvante Therapie bei Krebspatienten – etwa zur Linderung von Mukositis (Schleimhautentzündung) nach Chemotherapie.

Mythos 2: "Rotlichttherapie ist Strahlung – das klingt gefährlich"

Fakt: Jede Lichtform ist Strahlung – das Wort allein sagt nichts über Gefährlichkeit aus.

Sonnenlicht ist Strahlung. Das Wärmegefühl deiner Heizung ist Infrarotstrahlung. Dein WLAN-Router sendet elektromagnetische Strahlung. Der Begriff "Strahlung" bedeutet lediglich, dass Energie in Form von Wellen transportiert wird.

Entscheidend ist die Energie pro Photon, gemessen in Elektronenvolt (eV). Ionisierende Strahlung beginnt bei Ultraviolett (UV-B, UV-C) – etwa 3–5 eV pro Photon. Rotes Licht bei 660 nm hat etwa 1,88 eV pro Photon. Das liegt unter der Ionisierungsschwelle biologischer Moleküle.

Mythos 3: "Mehr ist immer besser"

Fakt: Rotlichttherapie folgt dem Arndt-Schulz-Prinzip – zu viel kehrt den Effekt um.

Das biphasische Dosismodell (auch Hormesis-Kurve oder Arndt-Schulz-Kurve) beschreibt, wie biologische Systeme auf Reize reagieren: Eine zu geringe Dosis hat keinen messbaren Effekt, die optimale Dosis maximiert den Nutzen, eine zu hohe Dosis hemmt oder kehrt die Wirkung um.

Studie: Chung et al. (2012, "Annals of Biomedical Engineering") bestätigten das biphasische Dosisverhalten für Photobiomodulation in einem umfassenden Review. Die Autoren zeigten, dass optimale zelluläre Effekte bei Energiedichten von 1–10 J/cm² auftraten, während höhere Dosen die Mitochondrienfunktion hemmten.

Mehr Sitzungen und längere Sitzungszeiten führen also ab einem gewissen Punkt nicht zu mehr Wirkung – der Effekt flacht ab oder kehrt sich um. Das ist unangenehm, aber nicht dauerhaft schädlich. Wenn du zu viel anwendest, verlierst du vor allem Geld und Zeit.

Das EMF-Thema: Elektrosmog bei Rotlichtpanels

In Deutschland ist das Thema elektromagnetische Felder (EMF) besonders präsent. Viele potenzielle Käufer fragen explizit nach EMF-Werten von Rotlichtpanels – und das ist eine berechtigt kritische Haltung.

Hochleistungs-LED-Panels erzeugen durch ihre Stromversorgung elektromagnetische Felder. Die Stärke variiert stark je nach Hersteller und Bauweise. Günstigere Panels haben oft höhere EMF-Emissionen als hochwertige Modelle mit optimierter Elektronik.

Was du wissen musst:

  • Die meisten Panels unterschreiten im empfohlenen Anwendungsabstand (30–60 cm) die geltenden Grenzwerte der ICNIRP-Richtlinien
  • Wer dennoch ein EMF-armes Panel bevorzugt, sollte auf Modelle achten, die explizit mit niedrigen EMF-Werten (unter 1 mG im Anwendungsabstand) beworben werden und dies mit Messprotokollen belegen können
  • Größerer Abstand zum Panel reduziert die EMF-Exposition quadratisch – bei doppeltem Abstand sinkt das Feld auf ein Viertel

Ein ausführlicher Vergleich von EMF-armen Rotlichtpanels folgt in einem eigenen Artikel. Für jetzt gilt: EMF ist ein legitimes Thema, aber kein Grund, Rotlichttherapie grundsätzlich zu meiden.

Wer sollte besonders vorsichtig sein?

Die große Mehrheit der Menschen kann Rotlichttherapie ohne besondere Einschränkungen nutzen. Für folgende Gruppen ist jedoch erhöhte Vorsicht angebracht:

Personen mit lichtempfindlichen Medikamenten

Einige Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut (Photosensibilisierung). Dazu gehören:

  • Antibiotika (vor allem Tetracycline, Doxycyclin, Fluorochinolone)
  • Bestimmte Antidepressiva (z.B. einige Trizyklika)
  • Retinoide (Vitamin-A-Derivate in der Hautmedizin)
  • Bestimmte Herz-Kreislauf-Medikamente (Amiodaron, einige Diuretika)
  • Johanniskraut-Extrakt (auch als Nahrungsergänzung)

Diese Medikamente erhöhen die Risiken für Hautreizungen. Konsultiere in diesen Fällen deinen Arzt, bevor du mit Rotlichttherapie beginnst.

Schwangere

Es gibt keine Studien, die Rotlichttherapie während der Schwangerschaft explizit als gefährlich ausweisen – aber es gibt auch keine, die Sicherheit in diesem Zeitraum bestätigen. Das Vorsichtsprinzip gilt hier: Direkte Bestrahlung des Bauchs sollte gemieden werden. Viele Anwenderinnen wenden Rotlichttherapie auf anderen Körperstellen (z.B. Gesicht, Arme, Schultern) auch während der Schwangerschaft an – das liegt jedoch in der eigenen Entscheidung und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Menschen mit aktiven Hauttumoren oder Hautläsionen

Aktive Hauttumore und offene Wunden sind Kontraindikationen. Bei Hauttumoren besteht theoretisch das Risiko, dass Photobiomodulation die Zellteilung stimuliert – wenngleich Studien hierzu keine klaren Belege zeigen. Das Vorsichtsprinzip überwiegt: Kein direktes Bestrahlen von aktiven Tumorläsionen ohne medizinische Begleitung.

Narbige, veränderte Haut ohne aktive Erkrankung kann dagegen in der Regel problemlos behandelt werden.

Menschen mit Epilepsie bei gepulsten Lichtmodi

Manche Rotlichtpanels bieten gepulste Lichtmodi, bei denen das Licht in bestimmten Frequenzen flackert (z.B. 10 Hz, 40 Hz). Flackerndes Licht kann bei Menschen mit Photosensiver Epilepsie Anfälle auslösen. Verwende in diesem Fall entweder kontinuierliches (nicht gepulstes) Licht oder verzichte auf die Therapie und besprich es mit deinem Neurologen.

Wie du Nebenwirkungen von Anfang an vermeidest

Die gute Nachricht: Alle wesentlichen Risiken lassen sich mit wenigen einfachen Maßnahmen nahezu vollständig ausschließen.

Regel 1: Augenschutz ist Pflicht

Verwende immer eine spezielle Rotlichttherapie-Schutzbrille. Normale Sonnenbrillen reichen nicht – sie blockieren sichtbares Licht, aber kein Nahinfrarot. Günstige Schutzbrillen speziell für Rotlichttherapie sind für 15–25 Euro erhältlich und für jede Sitzung zwingend notwendig, wenn du nah vor dem Panel sitzt oder stehst.

Regel 2: Starte langsam

Beginne mit 5–8 Minuten pro Sitzung für die ersten 1–2 Wochen. Dein Körper braucht Zeit, sich an die photobiomodulative Stimulation zu gewöhnen. Steigere dann schrittweise auf 10–20 Minuten, je nach Empfehlung und deiner Reaktion. Wie lange du langfristig anwenden solltest, erklärt der ausführliche Guide zu Wie lange Rotlichttherapie pro Sitzung?

Regel 3: Halte den richtigen Abstand ein

Zu geringer Abstand zum Panel führt zu einer zu hohen Energiedosis auf der Haut – das ist die häufigste Ursache für Irritationen. Der optimale Abstand liegt je nach Panelstärke und Anwendungsziel zwischen 15 und 60 cm. Genaue Angaben und eine Abstandstabelle nach Anwendungsziel findest du im Guide zum Abstand zum Rotlichtpanel.

Regel 4: Empfohlene Dosierung nicht überschreiten

Mehr Sitzungen bringen ab einem gewissen Punkt nicht mehr Wirkung. 3–5 Sitzungen pro Woche á 10–20 Minuten sind ein solides und gut belegtes Protokoll. Wenn du merkst, dass du täglich mehrmals anwendest und dabei Reizungen auftreten, reduziere sofort Frequenz oder Dauer.

Regel 5: Lichtempfindliche Medikamente überprüfen

Lies den Beipackzettel deiner aktuellen Medikamente. Wenn der Hinweis "erhöhte Lichtempfindlichkeit" erscheint, sprich mit deinem Arzt, bevor du mit Rotlichttherapie beginnst.

Rotlichttherapie vs. andere Therapieformen: Sicherheitsvergleich

TherapieformNebenwirkungenSchwere RisikenSicherheitsprofil
Rotlichttherapie (PBM)Hautreizung, Augenschäden ohne SchutzSehr seltenSehr hoch
UV-Therapie (Solarium)Sonnenbrand, HautalterungHautkrebsModerat
Infrarotlampe (klassisch)Verbrennungen bei zu langem KontaktThermische SchädenModerat
Lasertherapie (medizinisch)Abhängig von Wellenlänge & DosisVerbrennungen, NarbenGut (unter Fachaufsicht)
TENS-ElektrotherapieMuskelzuckungen, HautirritationenHerzrhythmusstörungen bei falschem EinsatzHoch bei korrekter Anwendung

Rotlichttherapie schneidet im direkten Vergleich mit anderen physikalischen Therapieformen hervorragend ab. Das ist keine Marketingaussage, sondern das Ergebnis von Jahrzehnten klinischer Anwendung und wissenschaftlicher Beobachtung.

Fazit: Informiert anwenden, nicht blind vertrauen

Rotlichttherapie hat ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil – das ist keine Übertreibung, sondern Konsens in der wissenschaftlichen Forschung. Ernsthafte, dauerhafter Schäden sind bei vernünftiger Anwendung extrem unwahrscheinlich.

Das bedeutet aber nicht, dass du jede Vorsichtsmaßnahme ignorieren kannst. Die echten Risiken sind real:

  • Augenschäden ohne Schutzbrille sind das einzige ernsthafte, vermeidbare Risiko
  • Hautreizungen durch Überdosierung passieren leicht, sind aber reversibel
  • Lichtempfindliche Medikamente können das Risiko von Hautreaktionen erhöhen

Wenn du diese drei Punkte beachtest und zur richtigen Risikogruppe nicht gehörst, kannst du Rotlichttherapie mit gutem Gewissen in deinen Alltag integrieren. Das Ziel dieses Artikels war nicht, Rotlichttherapie schlechtzureden – sondern dir die Informationen zu geben, die du brauchst, um eine wirklich informierte Entscheidung zu treffen.

Gute Wissenschaft bedeutet: Chancen und Risiken ehrlich benennen. Und nach aktuellem Stand der Forschung überwiegen die Chancen deutlich – bei konsequenter Einhaltung der simplen Sicherheitsregeln.

Häufig gestellte Fragen

Ist Rotlichttherapie gefährlich?
Nein, Rotlichttherapie gilt als eine der sichersten therapeutischen Lichtanwendungen überhaupt. Die FDA hat Geräte für verschiedene Indikationen zugelassen. Ernsthafte Nebenwirkungen sind bei korrekter Anwendung extrem selten. Die häufigsten Probleme – Hautreizungen oder Kopfschmerzen – entstehen durch Überdosierung und sind reversibel.
Kann Rotlichttherapie die Augen schädigen?
Bei direktem Blick in das Panel ohne Augenschutz besteht ein reales Risiko für Netzhautschäden, besonders durch nahinfrarotes Licht (NIR, 850 nm), das unsichtbar ist. Du merkst keine unmittelbare Blendung, aber die Energie trifft trotzdem die Netzhaut. Trage immer eine spezielle Rotlichttherapie-Schutzbrille oder wende dich von direktem Blickkontakt mit dem Panel ab.
Kann man Rotlichttherapie überdosieren?
Ja, technisch gesehen ist eine Überdosierung möglich – sie kehrt aber den Effekt um, anstatt gefährlich zu sein. Das Arndt-Schulz-Prinzip (biphasische Dosisreaktion) beschreibt: Zu wenig Energie bringt keinen Effekt, die richtige Dosis maximiert den Nutzen, zu viel Energie hemmt die Wirkung. Bleib bei empfohlenen Sitzungszeiten von 10–20 Minuten im empfohlenen Abstand.
Verursacht Rotlichttherapie Krebs?
Nein. Rotes und nahinfrarotes Licht ist nicht-ionisierende Strahlung. Es hat nicht genug Energie, um DNA zu beschädigen oder Zellmutationen auszulösen – das ist der grundlegende Unterschied zu UV-Strahlung oder Röntgenstrahlen. Zahlreiche Studien zeigen sogar das Gegenteil: Photobiomodulation kann entzündungshemmend wirken und wird in der onkologischen Forschung als Begleittherapie untersucht.
Was sind die häufigsten Nebenwirkungen von Rotlichttherapie?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind: Hautreizungen oder Rötungen bei zu langen Sitzungen, Kopfschmerzen bei der Erstanwendung, Wärmeunbehagen durch nahinfrarotes Licht, und eine vorübergehende Erstverschlimmerung bei Hautproblemen. Diese Effekte sind bei richtiger Anwendung leicht zu vermeiden.
Wer sollte Rotlichttherapie meiden oder vorsichtig sein?
Besondere Vorsicht gilt für: Personen, die lichtempfindliche Medikamente einnehmen (Antibiotika wie Tetracycline, bestimmte Antidepressiva, Retinoide), Schwangere (mangels Studien, nicht weil Risiken belegt wären), Menschen mit aktiven Hauttumoren, sowie Menschen mit Epilepsie bei gepulsten Lichtmodi.
Ist Rotlichttherapie in der Schwangerschaft sicher?
Es gibt keine Studien, die belegen, dass Rotlichttherapie in der Schwangerschaft schädlich ist – aber es gibt auch keine, die Sicherheit in diesem Zeitraum bestätigen. Aus Vorsichtsgründen empfehlen die meisten Hersteller und Therapeuten, während der Schwangerschaft auf die Therapie zu verzichten oder zumindest den Bauchbereich nicht direkt zu bestrahlen.
Wie schütze ich meine Augen bei der Rotlichttherapie?
Verwende spezielle Rotlichttherapie-Schutzbrillen, die sowohl rotes (630–700 nm) als auch nahinfrarotes Licht (800–900 nm) blockieren. Normale Sonnenbrillen sind nicht ausreichend – sie blockieren sichtbares Licht, aber nicht NIR. Alternativ: Wende den Blick ab und schließe die Augen, wenn du keine Schutzbrille hast. Das reduziert das Risiko erheblich, ersetzt aber keine geeignete Schutzbrille.

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